Was für ein Wochenende! Die Schweizer Nachwuchs-Meisterschaften U16/U18 2026 verwandelten das Lachenstadion in Thun während zwei Tagen in einen Treffpunkt der besten jungen Leichtathletinnen und Leichtathleten der Schweiz. Rund 820 Athletinnen und Athleten standen am Start, unterstützt von Trainerinnen und Trainern, Familien und zahlreichen Fans.
Schon beim Betreten des Stadions war die besondere Atmosphäre spürbar. Auf der blauen Rundbahn wurde um Hundertstelsekunden gekämpft, auf dem Rasen flogen Speere und Disken durch die Luft und bei den Sprungdisziplinen sorgte das eindrückliche Thuner Bergpanorama für eine einmalige Kulisse. Insgesamt wurden 52 Medaillensätze vergeben.
Vier Schweizer Rekorde als sportliche Höhepunkte
Sportlich hätte das Wochenende kaum spektakulärer verlaufen können. Gleich vier Schweizer Rekordleistungen sorgten für Begeisterung.
Joy Chika Anyamele vom LC Zürich schleuderte den Diskus auf 47,86 Meter und verbesserte damit ihren eigenen Schweizer U18-Rekord um 28 Zentimeter. Yves Gigandet zeigte auf der schnellen Thuner Bahn ebenfalls eine herausragende Leistung: Über 100 Meter Hürden lief er 12,82 Sekunden und unterbot die bisherige Schweizer Bestmarke um sechs Hundertstelsekunden.
Auch die U16 sorgte für Rekordjubel. Nolan Sorg sprintete die 80 Meter in 8,87 Sekunden und verbesserte den Schweizer U16-Rekord um eine Hundertstelsekunde. Athene Bannwart egalisierte bereits im Vorlauf über 80 Meter mit 9,69 Sekunden den bestehenden Schweizer U16-Rekord.
Doch nicht nur Rekorde machten diese Meisterschaften aus. Überall im Stadion waren Freude, Enttäuschung, Nervosität und Erleichterung zu erleben. Persönliche Bestleistungen wurden gefeiert, Medaillen gewonnen und Schweizer-Meister-Titel vergeben. Zehn Nachwuchstalente durften Thun sogar mit jeweils zwei Schweizer-Meister-Titeln verlassen.
Auch die Region durfte jubeln
Besonders schön waren natürlich die Erfolge der Athletinnen und Athleten aus der Region. Taino Kohler vom LV Thun gewann die 2000 Meter und sicherte sich damit bereits seinen dritten Schweizer-Meister-Titel des Jahres. Dazu kamen weitere Oberländer Medaillen: Leonie Steffen aus dem Saanenland gewann zweimal Silber, Janik Stettler von Fun and Run Thun Silber im Weitsprung und Robin Wälti vom LV Thun Bronze.
270 Helfer – das Team hinter dem Wettkampf
Mindestens ebenso beeindruckend wie die sportlichen Leistungen war das, was abseits der Wettkampfanlagen geleistet wurde. 270 Helferinnen und Helfer standen während des Anlasses im Einsatz. Wettkampfanlagen mussten vorbereitet, Athleten betreut, Resultate verarbeitet, Verpflegung organisiert und unzählige weitere Aufgaben erledigt werden.
Gerade bei einem Anlass mit 820 gestarteten Athletinnen und Athleten zeigt sich, dass eine Schweizer Meisterschaft nur als Teamleistung funktioniert. Viele dieser Arbeiten bleiben für die Zuschauer beinahe unsichtbar – und doch bilden sie die Grundlage dafür, dass sich die Athletinnen und Athleten ganz auf ihren Wettkampf konzentrieren können.
Als am Ende die letzten Entscheidungen gefallen waren und langsam Ruhe ins Lachenstadion zurückkehrte, blieb deshalb vor allem eines: Stolz auf ein aussergewöhnliches Leichtathletik-Wochenende in Thun.
820 gestartete Athletinnen und Athleten, 270 Helferinnen und Helfer, 52 Medaillensätze und vier Schweizer Rekordleistungen – beeindruckende Zahlen. Noch stärker in Erinnerung bleiben aber die Emotionen: der Jubel nach einem gelungenen Versuch, die Spannung vor einem Start, die Freude über persönliche Bestleistungen und das gemeinsame Anpacken hinter den Kulissen.
Die Schweizer Meisterschaften 2026 haben gezeigt, was möglich ist, wenn sportlicher Ehrgeiz, Nachwuchsförderung und freiwilliges Engagement zusammenkommen. Zwei intensive Tage, viele grossartige Leistungen und Erinnerungen, die weit über die Ziellinie hinaus bleiben.
Text: Leichtathletik-Vereinigung Thun